Nelson Freire, Klavier

Dimanche/Sonntag
22.10.2017 : 17h00 
Eglise du Pasquart / Pasquart-Kirche

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750)
Präludium und Fuge g-Moll für Orgel, BWV 535 (Bearbeitung Alexander Ziloti)
«Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ», Choral für Orgel, BWV 639 (Bearbeitung Ferruccio Busoni)
«Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist», Choral für Orgel, BWV 667 (Bearbeitung Ferruccio Busoni)
«Jesus bleibet meine Freude», Choral aus der Kantate BWV 147 (Bearbeitung Myra Hess)

LUDWIG VAN BEETHOVEN (1870-1827)
Sonate  N° 31 As-Dur op.110 (1821-1822)
 Moderato cantabile molto espressivo
 Allegro molto
 Adagio ma non troppo
 Fuga: Allegro ma non troppo

HEITOR VILLA-LOBOS (1887-1959)
Bachianas brasileiras n° 4 – Prelúdio (Introdução) (1930)
 Prole do bebê n° 1 (La famille du bébé) (1918)                
 Branquinha (La poupée blanche en biscuit) 
 A pobrezinha (La pauvrette, poupée de chiffon) 
 Moreninha (La poupée brune de papier mâché) 

FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)
Sonate pour piano n° 3 en si mineur, op. 58 (1844)
 Allegro maestoso
 Scherzo. Molto vivace
 Largo
 Finale. Presto non tanto – Agitato

Nelson Freire, einer der letzten Giganten am Klavier, präsentiert uns ein auf sein Mass zugeschnittenes Programm. Beginnend mit der Sonate Nr. 31 in As-Dur op. 110, einer der Höhepunkte von Ludwig van Beethovens Schaffen. Ein Werk, auf das nach der leichten strahlenden Lyrik des ersten Satzes im Finale der klagende Gesang des Arioso dolente folgt. Aufgebaut auf einem bei der Arie „Von den Stricken meiner Sünden“ aus der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach ausgeliehenen melodischen Motiv, einer Elegie, die zum Schluss einer meisterhaften und triumphalen Fuge Platz macht. Diese kontrapunktische Schreibweise ist eine beim späten Beethoven häufig zu findende Eigenheit, die hier aber auch wie eine Bestätigung zur Rückkehr ins Leben gilt.
Ein weiteres zum Ruhm des Klaviers errichtetes Monument ist die Sonate pour piano n° 3 en si mineur, op. 58 von Frédéric Chopin. Es gehört zu seinen letzten Kompositionen. Die feurigen Seiten des Werkes veranschaulichen den beispiellosen harmonischen Reichtum, der in die Richtung von Richard Wagner zielt. Das Largo ist eine vom Komponisten am weitesten entwickelte Nocturne von unergründlicher Tiefe. Die oft polyphone Schreibweise, vor allem im anfänglichen Allegro Maestoso, zeugt vom Einfluss Bachs auf Chopin. Nelson Freire wird als Antwort darauf einige Choräle und Präludien des Kantors von Leipzig spielen. Er wird auch nicht vergessen, seinem Geburtsland Brasilien zu huldigen und einige kurze Stücke aus der Suite Prole do bebê von Heitor Villa-Lobos darzubieten, Musik, die mit Puppenporträts voller Poesie und Einfallsreichtum das Universum der Kindheit heraufbeschwört.