BENJAMIN GROSVENORAuch wenn viele Pianisten in seinem Alter ähnliche technische Talente haben, besitzen doch nur wenige eine vergleichbare Musikalität und Reife wie BENJAMIN GROSVENOR. Zum ersten Mal machte er 2004, im Alter von 11 Jahre, auf sich aufmerksam, als er das Klavierfinale der BBC Young Musician Competition gewann. 2011 nimmt er am Eröffnungsabend der BBC Proms teil. In der Zwischenzeit ist er ein international anerkannter Pianist geworden, der Rezitals in Sälen wie der Carnegie Hall New York oder dem Barbican Centre London gibt, und sich von grossen Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem London Philharmonic Orchestra oder dem Cleveland Orchestra begleiten lässt. Im Bereich der Kammermusik arbeitet er mit verschiedenen Partnern zusammen wie den Streichquartetten Escher, Elias und Endellion. Seit 2015 ist er regelmässig Gast der renommierten Konzertreihe „Junge Wilde“ im Konzerthaus Dortmund. 2011 unterschreibt Benjamin Grosvenor als jüngster britischer Künstler einen Vertrag mit dem Label Decca. Seine beiden letzten Alben mit den bezeichnenden Titeln „Dances“ und „Hommages“ werden von den Medien gelobt und mit mehreren Preisen gewürdigt.

www.benjamingrosvenor.co.uk 

Hyeyoon Park, Violine
Benjamin Grosvenor, Klavier

Dimanche/Sonntag
03.06.2018 : 17h00 

Eglise du Pasquart / Pasquart-Kirche  
Biel - Bienne

LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)
Violinsonate Nr. 8 G-Dur, op. 30 Nr. 3 (1801-1802)
  Allegro assai
  Tempo di Minuetto, ma molto moderato e grazioso
  Allegro vivace

MAURICE RAVEL (1875-1937)
Sonate pour violon et piano en sol majeur (1923-1927)
  Allegretto
  Blues. Moderato
  Perpetuum mobile. Allegro

BÉLA BARTÓK (1881-1945)
Rhapsodie für Violine und Klavier Nr. 1, BB 94 (1928)
  «Lassú». Moderato
  «Friss». Allegretto moderato

JOHANNES BRAHMS (1833-1897)
Violinsonate Nr. 3 d-Moll, op. 108 (1886)
  Allegro
  Adagio
  Un poco presto e con sentimento
  Presto agitato

 

Die Violinsonate Nr. 8 in G-Dur gehört ohne Zweifel zu den mitreissendsten Schöpfungen Ludwig van Beethovens. Sogar der mittlere, traditionell langsame Satz, wird durch ein anmutiges Tempo di Minuetto ersetzt, was ermöglicht, in einer heiteren Stimmung zu bleiben. Eine ganz andere Atmosphäre schafft die Violinsonate Nr. 3 in d-Moll von Johannes Brahms. Im Gegensatz zur lyrischen Sonate Nr. 2 in D-Dur, die früher in dieser Saison zu hören ist, weist uns diese Partition auf die dramatische Seite des Komponisten hin. Das Adagio als einziger Satz in Dur gehalten, ist von einer nüchternen Schwere und Anspannung, die - kaum losgelassen - mit einem atemlosen Scherzo in fis-Moll wieder aufgebaut wird. Beeindruckend in diesem Stück ist auch der zwischendurch fast konzertante Klavierpart: man versteht, warum Brahms sie seinem Freund und grossen Pianisten Hans von Bülow gewidmet hat.

Maurice Ravel und Béla Bartók entführen uns in eine andere Welt. In der über eine längere Zeit entstandenen Sonate für Violine und Klavier in G-Dur zeigt uns der Franzose verschiedene Facetten seines Schaffens. Vor allem in seinem Blues im mittleren Satz erinnert er an das grosse Interesse, das er für die afro-amerikanische Musik empfand. Dem für die Geige virtuosen Perpetuum mobile, mit seinem unerbittlichen Rhythmus, steht der zarte erste Satz mit melodischen Arabesken und durchsichtigen Klängen gegenüber. Die Rhapsodie für Violine und Klavier Nr.1 von Bartók baut auf verschiedenen bei der osteuropäischen Volksmusik ausgeliehenen Themen auf. Synkopierte Rhythmen, alterierte Tonleitern, ständig wechselnde Taktarten und Doppelgriffe, geben der Partitur einen Anstrich von Zigeunermusik.