Leonardo García AlarcónDirigent, Cembalist und Professor der Generalbassklasse an der Haute Ecole de Musique in Genf, stammt LEONARDO GARCÍA ALARCÓN ursprünglich aus Argentinien. Dort hat er sich in den Klang des Cembalos verliebt. Weil sich in seinem Heimatland kein spieltaugliches Instrument fand, kam er mit 19 Jahren nach Genf. In der Klasse von Christiane Jaccottet studiert er Cembalo und besucht gleichzeitig theoretische Kurse am Centre de Musique Ancienne in Genf. Er kam zur Überzeugung, dass für das barocke Musikrepertoire ein guter Chef sein Ensemble vom Cembalo aus dirigiert. So wurde er „maestro al cembalo“, wie es in früheren Epochen hiess.

Seine Passion für die Stimme und seine Begeisterung für musikwissenschaftliche Recherchen, führen Leonardo García Alarcón dazu, die der südlichen Barockmusik eigenen ästhetischen Ideale ständig weiter zu erforschen und sie in den Norden ausstrahlen zu lassen. Das Hin und Her zwischen Süden und Norden fördert seine Kreativität und bildet den idealen Nährboden für seine Arbeit. Es erlaubt ihm, sich in den sprachlichen und geschmacklichen Unterschieden wiederzuerkennen.

Mit dem Ziel, zum Ursprung der ästhetischen Ideale der grossen südeuropäischen Musikern zurückzufinden, gründet Leonardo García Alarcón 2005 in Genf sein eigenes Ensemble, die Cappella Mediterranea. Mit ihm will er der Sicht auf die südeuropäische Barockmusik, mit Hilfe der neueren musikwissenschaftlichen Entdeckungen der italienischen Rhetorik, eine neue Richtung geben. Auch sollen die in der südeuropäischen Volksmusik noch lebendigen barocken Massstäbe festgehalten und der Weg zwischen Süd und Nord aufgezeigt werden, wie er von der Renaissance bis zum Barock für die Künste typisch war. Er befasst sich damit intensiv mit den drei Prinzipien des musikalischen Genres anfangs des 17. Jahrhunderts, der Madrigale, der mehrstimmigen Motette und der Oper.

Mit der Cappella Mediterranea führt Leonardo García Alarcón 2011 das von ihm neuentdeckte Oratorium Il diluvio universale von Michelangelo Falvetti auf. Seither hat diese Produktion ganz Europa durchlaufen. 2013 erweckt er die Oper Elena von Francesco Cavalli am Festival von Aix-en-Provence zu neuem Leben, was ihn Bühnenauftritte auf der ganzen Welt ermöglicht. Im September 2016 führt er mit Eliogabalo Cavalli ins Repertoire der Opéra National de Paris ein. 2017 stellt er mit Il Giasone im Grand Théâtre von Genf und Erismena am Festival von Aix-en-Provence zwei weitere Werke dieses Musikers vor.

www.cappellamediterranea.com 

CAPPELLA MEDITERRANEA

Mariana Florès, Sopran
Leonardo García Alarcón, Cembalo und Orgel
Quito Gato, Theorbe und Gitarre
Margaux Blanchard, Viola da Gamba

Dimanche / Sonntag

21.01.2018 : 17h00 
Eglise du Pasquart / Pasquart-Kirche
Biel / Bienne

In Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

GIULIO CACCINI (1551-1618)
Dalla porta d’oriente
Amarilli, mia bella

GIROLAMO FRESCOBALDI (1583-1643)
Se l’aura spira
Oh mio cor
Gioite, oh selve
Cosi mi disprezzate
JACOPO PERI (1561-1633)
Tu dormi, e’l dolce sonno

CLAUDIO MONTEVERDI (1567-1643)
Ohimè, ch’io cado
Voglio di vita uscir
FRANCESCO CAVALLI (1602-1676)
Lamento de Procris de «Gli Amori
d’Apollo e di Dafne»
Lamento de «La Doriclea»

BARBARA STROZZI (1619-1677)
L’Eraclito amoroso
L’amante segreto
Lagrime mie

ANTONIO CESTI (1623-1669)
Vieni Alidoro de «Orontea»

 

 

 

Anfangs des 17. Jahrhunderts erlebt der Gesang im Norden Italiens eine historische Wende. Hat man bis dahin nur die Vokalpolyphonie gekannt, entstand die begleitete Monodie, die einer Stimme ermöglichte, dramatische Gedichte mit Instrumentalbegleitung vorzutragen. Dieser neue Musikstil, oft auch recitar cantando genannt, führte zur Entstehung der Oper. Venedig wird zum Mittelpunkt der neuen Gattung, die nicht aufhören wird, sich weiter zu entwickeln.

Leonardo García Alarcón und seine Musiker entführen uns auf eine musikalische Reise in die Serenissima und ihre Umgebung, wo wir einigen der stärksten künstlerischen Persönlichkeiten von damals begegnen. Jacopo Peri, Claudio Monteverdi, Antonio Cesti oder Francesco Cavalli gehören zu den Pionieren der Oper mit Werken, die uns auch vier Jahrhunderte später noch verzaubern. Girolamo Frescobaldi und die Sängerin Barbara Strozzi haben uns ihrerseits mehrere Sammlungen an Arien hinterlassen, in denen Lyrik und Vortragskunst um den Vorrang kämpfen. Liebesgesänge, Klagelieder und Lamentos bilden eine farbige Palette ergreifender und mitreissender Stücke, in denen die Leidenschaft stets dominiert und das Textverständnis und der tragische Ausdruck der Gefühle eine inständige Dringlichkeit haben.