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Im Brennpunkt: Franz Liszt
Aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens und um den 200. Geburtstag von Franz Liszt zu
ehren, eröffnet die Société Philharmonique de Bienne in diesem Jahr ihre Konzertsaison
im September mit einer mehrteiligen Veranstaltung, die Musik und literarische Lesung in
sich vereint. Im Brennpunkt steht dabei Franz Liszt, der geniale Komponist und Virtuose,
der luzide Schriftsteller und generöse Anwalt der Werke seiner Zeitgenossen, der passionierte
Reisende und wahrhafte Europäer «avant la lettre», für den es keine kulturellen
Barrieren zwischen den Nationen gab.
In drei Rezitals wird die Musik Liszts in den Kontext seines Wegbereiters Schubert,
seines verehrten Zeitgenossen Chopin und seines spanischen Schülers Isaac Albeniz
gestellt. Eine junge Schweizer Schauspielerin rezitiert innerhalb der Konzerte - im
Wechsel mit der Musik - französischsprachige Texte von und über Liszt, etwa Charles
Baudelaires „Le Thyrse“, eine Eloge auf Liszt, die sprachlich an die Arabesken und klanglichen
Effekte seiner Musik erinnert. Wort und Ton verbinden sich schließlich in einer
Aufführung von Liszts „Drei Balladen mit melodramatischer Klavierbegleitung“.
Dieses interdisziplinäre Liszt-Projekt soll bis in die Gegenwart reichen. In Zusammenarbeit
mit dem Schweizerischen Literaturinstitut der HKB wurde daher ein junger Autor und
Student gebeten, sich von den „Années de pèlerinage: en Suisse“ zu einem eigenen
literarischen Text inspirieren zu lassen, der Liszts Pilgerschaft aus heutiger Sicht reflektiert.
Im Anschluss an die pianistische Aufführung des Werkes wird dieser Text
erstmals öffentlich vorgetragen.
Die Saison wird nicht nur mit Liszt beginnen; in einem Rezital im Mai findet sie mit seiner
Musik ihren fulminanten Schlussakkord. Das sonstige Programm bietet zwei hochkarätige
Streichquartette, einen jungen Stargeiger, einen exquisiten Cellisten sowie weitere
erstklassige Pianisten, die in Rezitals Werke von Beethoven bis Janacek präsentieren.
Alle eingeladenen Musikerinnen und Musiker ziehen mit ihrer künstlerischen Leidenschaft
und ihrem Können durch die Welt und folgen so den Spuren Liszts, der gesagt hat: „Singend
muss der Tonkünstler die Menge durchschreiten und im Vorübereilen ihr seine Gedanken
zuwerfen, ohne danach zu fragen auf welches Erdreich sie fallen, ob Verunglimpfung sie
ersticken, ob Lorbeeren sie spottend bedecken.“
In diesem Sinne laden wir Sie herzlich ein zu einer Saison der Entdeckungen und Lisztschen
Pilgerreisen in das immer neue Reich der Musik!
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